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Spielberichte Saison 2020/21

Testspiel: TSV Seifersdorf - SV Pesterwitz 2. 5:1 (4:0)

TSV Seifersdorf - SV Pesterwitz 2.           5:1 (4:0)                16.08.2020

Ich überlege schon seit Stunden, wie ich in diesen ersten Testspielbericht der neuen Saison starte. Noch immer schäme ich mich für meine Peinlichkeit der vergessenen Alltagskommuniqués unserer Spieler. Entgegen des Denkens und der Erwartungen von vielen bestand meine Zeit nach den anfänglichen Lockerungen nicht aus Rewe, Bockwurst und Sterni Rot. In vergangenen Epochen rannte ich noch mit der roten Trommel um den Weihnachtsbaum. Bald rennt der Weihnachtsbaum mit der roten Trommel, aufgrund meines Alkoholpegels, um mich.
 
Schon jetzt bereue ich es, mir gerade eben das Tetrapack Mindestwein geöffnet zu haben. Also wundert euch bitte nicht, wenn im Verlauf des Berichtes einige Unannehmlichkeiten auftreten sollten und meine Rhetorik nicht nur mich selbst verwirrt. Ich formuliere an euch da draußen eine dringende Bitte: Entziffert mein verbales Wortgut mit dem richtigen Motto: „Make love not war“. Für all die Hessen unter uns: „Poppe statt Kloppe“.
 
Im gewohnten wöchentlichen Rhythmus versuche ich euch wieder, mit literarischen Meisterwerken zu verwöhnen. Wer aufmerksam die Berichte des TSV verfolgt, weiß mit welcher Fachsparte nun fortgefahren wird. ..reelle Erzählungen aus der fußballfreien Zeit.
 
Libero Buutz beschenkte sich selbst und schwamm wieder gegen den Strom seines Badewannensogs. Er erweiterte das Sortiment seines Fahrradladens immens. Selbst die überregionale und vor globalem Export strotzende kosmopolitische Zeitung des Weißeritzkreisboten titelte: „Das ist akkurat“. Fahrradladen von Buutz hat jetzt auch E-Bikes im Sortiment.
Auch Pschorn nutzte seine freie Zeit und darf sich jetzt offiziell deutscher Indoor-Mario-Kart-Meister nennen. Das zahlreiche Gepuzzle sowie unzählige Hydraulikfilme schulten seine Auge-Hand Koordination und ließen ihn zu einer Koryphäe der Gamingszene aufsteigen. Im Sinne des ganzen Vereins gratulieren wir dir recht herzlich! Aber sein größtes Hobby ist und bleibt, die blaue Lagune (Aral) in Dippoldiswalde. Tankwart Manni entgegnete ihm neulich: „Du tankst super.“ Pschorni darauf erfreut zurück: „Oh danke“. Daniel (28) stolzer Dieselfahrer.
 
Natürlich darf auch eine kleine Anekdote, vom Allzeitjoghurtkulturenbauer Grießbach nicht fehlen: Dieser suchte im Internet wieder nach zahlreichen Themen für die Fortsetzung seiner Kartoffelarbeit. Er präsentierte mir stolz seinen Einstieg und die spannende Konsolidierung der Problematik. „Der Planet Erde fasziniert immer wieder durch atemberaubende Natur und Tierwelt. Wusstet ihr, dass sich in unseren tropischen Klima zahlreiche Gegenteiltiere verstecken. Libelle und Böselle/ Gämse und Nehmense/ Zitronenfalter und Zitronenglätter sowie Gepard und Gepzdf stellen nur kleine Auszüge dieser Flora und Fauna dar. Aber nichts gibt es häufiger als die Kuh. Hausrind, Galloway, Braunvieh, Angus, Jersey…
 
Liebl glänzte erneut mit einem kleinen Jungendschwank. Er brachte zum jährlichen Mutter-Kind-Tag seiner Firma seine Mutter mit. Cooler Dude… Kann man machen muss man aber nicht. Natürlich äußerte Liebls Freundin ihren Frust… Wenn er nicht aufhört, zu rauchen, verlässt sie ihn. Damit lässt sich konstatieren: Ihre gemeinsame Zukunft steht wohl auf der Kippe.
In den fünf Monaten Pause ließ Zimmermann extra standesamtlich seinen Namen ändern. Sein neuer Nachname lautet Rahn. Selbstverständlich nennt er seinen drittgeborenen anschließend Maximilian-Johannes. In Kurzform: Majo Rahn.
Prof. Dr. Schneider erhielt eine Einladung zur Fernsehsendung Brisant. Dort schilderte er eine Szenerie aus seinen Vorlesungen. Eine Studentin mit Babybauch hielt neulich eine Präsentation in der Vertiefungsveranstaltung zur theoretischen Physik. Sie klickte auf USB sicher entfernen. Daraufhin äußerte Schneider knapp: Einfach rausziehen. Sie antwortete : Damit habe ich schlechte Erfahrung gemacht… Max auch hier eine kleine Weisheit meinerseits. Hast du Tsatsiki im Essen, kannst du flirten vergessen (Satz des Pytha-Gyros). Die Frage der Moderatorin, wie die Vorbereitung bisher startete, beantwortete er gewohnt sicher mit literarischem Fachjargon: Tagsüber gilt: Der Weizen/ das Korn. Abends lebt man nach dem Motto: Das Weizen/ der Korn.
 
Nun auch endlich etwas zum Spiel. Mit Hilfe der Motivationssprache stellte uns der Coach physisch und psychisch hervorragend auf den Gegner aus Pesterwitz ein. Herrmann bediente sich hierbei aus seinem rhetorischen Methodenkoffer und lieferte uns erneut ein eigenes Identifikationsbeispiel: „Frauen und die Pesterwitzer Fußballer stehen nicht auf Angeber. Ihr müsst abgeklärt spielen und den Ball in euren Reihen zirkulieren lassen. Daher trage ich im Freibad auf meiner Hose nur das Bronze-Schwimmabzeichen, obwohl ich auch schon Silber habe!“
 
Schiedsrichter Siebrandt pfiff die Partie pünktlich vor circa 40 gelisteten Zuschauern an. Die ersten Minuten prägten sich vor allem von beidseitiger Unsicherheit und lassen sich ganz klar als Abtastphase charakterisieren. Nach erfolgter erster Trinkpause tauschten Herlt und Ehrlich die Freundinnen…äh Seiten meinte ich… Da passierte es plötzlich. Herlt mit einem Einwurf auf Zimmi, der streichelt den Ball über die britische Kurzhaarabwehrkette von Pesterwitz hinweg und der durchgelaufene Herlt bedient unnachahmlich Ehrlich. Dieser schiebt das runde Leder zur etwas überraschenden 1:0 Führung ein.
 
Keine zwei Zeigerumdrehungen machte Zimmermann Pesterwitz Wunsch nach einem Neffen zur Nichte und zirkelte das runde Leder nach Hankes Vorlage platziert in die untere Ecke. Die Zuschauer sahen in den kommenden Minuten feldüberlegene Seifersdorfer, welche es aber nicht schafften ihre Chancen zu veredeln. Beispielsweise Richter scheiterte zweimal kläglich an seinem eigenen Unvermögen. So dauerte es bis zur 35. Spielminute ehe Buutz genug von dem Tiki-Taka hatte und den Ball nach vorne drosch. Einige Fans sahen das Spielgerät schon bei Hanischs im Laden einschlagen, aber erneut pflückte Zimmermann die Pille herunter, legte auf Ganßauge weiter und dieser scheiterte frei vorm Tor noch knapp am Kopf des gegnerischen Hüters. Hanke reagierte blitzschnell und schob freistehend zum 3:0 ein. Bis zur Halbzeit näherten sich Ehrlich, Tietze und Hanke noch gefährlich dem Tor an. Dennoch änderte dies nichts am Pausenstand von 3:0 für unsere Kicker.
 
Engelmann, Muschter und Kaden ersetzten Ganßauge, Schneider und Ehrlich. Es dauerte nur weitere fünf Minuten, ehe Tietze Zimmermann mit einem schönen Steckpass bediente. Dieser schob uneigennützig vor dem Tor auf Engelmann. Co Trainer Pschorn lief bereits das Wasser im Mund für den kommenden Toreinstandskasten zusammen, doch Engelmann überlegte es sich anders und spielte erneut auf Zimmi. Dieser schnürte sein Doppelpack. In den kommenden Minuten plätschere das Spiel so dahin und beide Seiten tauschten kräftig durch.
 
Coach Herrmann notierte sich wieder taktische Fragen in seinem kariert-gestreiften Trainingsheft:
- Ist derjenige, der bei Amazon entscheidet, welche Filme jeder jetzt streamen kann, eigentlich Prime Minister?
- Wenn Aladdin auf seinem Teppich fliegt, ist er dann abgehoben oder auf dem Teppich geblieben?
- Steht eigentlich Hartz IV in Verbindung mit dem böhmischen Großgrundbesitzer Hartz den Vierten?
 
In der 63. Minute schnappte sich Buutz den Ball und stellte durch einen platzierten Abschluss mit dem linken Fuß auf 5:0. In der Folge merkte man uns die Anstrengung des Trainingslagers an. Die Beine wurden schwerer und die Muskeln von Sprint zu Sprint müder. Pesterwitz übernahm mehr und mehr das Heft des Handelns und übte großen Druck auf unsere Abwehrkette aus. In der 70 Minute schoss Schütz den völlig verdienten Treffer. Das Spiele endete 5:1 und stellte einen gelungen Test für unsere Mannen dar. Natürlich gilt es jetzt an den Stellschrauben im Training zu arbeiten. Am kommenden Samstag wartet der nächste Gegner. It´s Derbytime. Wir spielen am 22.08 in Höckendorf. Anstoß ist 15 Uhr und wir freuen uns über zahlreiche Unterstützung.
 
Wir bedanken uns bei unseren Fans und natürlich bei einem sehr fairen Gegner aus Pesterwitz. Einer Wiederholung dieser Partie stehen wir immer positiv gegenüber.
 
Hier noch eine Pointe… kleiner Tipp meinerseits. Geht beim ersten Date ins Planetarium. Da findet sie gleich heraus, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt ist.
 
Um mit Engelmanns Worten abzuschließen: Am Ende wollen doch alle nur das eine… beim Staubsagen möglichst viele klirrende Teile einsaugen.
 
 
 
Für den TSV spielten:
 
Schneider (Muschter)
Deutsch – Buutz – Richter (C) – Runke
Hanke- Tietze
Ehrlich – Zimmermann – Ganßauge (Engelmann) – Herlt (Kaden)

 

Pokalspiel: SV Struppen - TSV Seifersdorf 7:1 (3:1)

SV Struppen - TSV Seifersdorf           7:1 (3:1)                 30.08.2020

Am vergangenen Sonntag ging es bei strömendem Regen nach Struppen zur ersten Pokalrunde. Hoch motiviert gingen wir in die Partie und wollten zeigen das auch in dieser Saison mit uns zu rechnen ist.
Entgegen der letzten Jahre wagten wir ein Experiment, veränderten unsere Grundordnung und unser Spielkonzept. In den Testspielen sah dies auch recht gut aus, aber es zeigte sich das Testspiele eben nur Testspiele sind.


Die ersten 30 Minuten sahen die zahlreichen Zuschauer einen spannenden Schlagabtausch mit guten Tormöglichkeiten auf beiden Seiten.
Herlt und Liebl setzten sich oft gut über die Seiten durch und kamen zu gefährlichen Pässen in den Rücken der Abwehr. Leider wurde meist der letzte Pass zu unkonzentriert gespielt oder die Passempfänger trafen die falschen Entscheidungen vorm Tor.
Sinnbildlich entstand das 1:0 aus einer guten Torchance für uns. Herlt setzte sich nach einer sehenswerten Kombination mit Zimmermann über die linke Seite durch und spielte in den Rückraum zu Ziegler. Diesem sprang der Ball zu weit vom Fuß und der Befreiungsschlag landete direkt im Laufweg des völlig allein gelassenen Stürmers der Struppener. Schneider konnte die 1 vs. 1 Situation noch gut lösen, aber den Abpraller konnten die Hausherren im Netz versenken.
Direkt nach dem Anstoß setzte sich Liebl gut über außen durch und konnte nur noch mittels Foulspiels im 16er gestoppt werden. Schiedsrichter Schütz entschied auf Strafstoß welchen Zimmermann sicher verwandelte.
Ab der 38. Minute häuften sich individuelle Fehler von uns. So entstand zum Beispiel das 2:1. Struppen brachte von Ihrer rechten Angriffsseite eine recht harmlose Flanke in die Mitte. Runke schlug in der Mitte über den Ball und der dahinter wartende Angreifer konnte sein Glück kaum fassen und schob aus 12 Metern unbedrängt zur Führung ein.
In der 45. Minute wieder eine eigentlich recht ungefährliche Situation. Struppen flankte erneut von rechts viel zu weit in den Strafraum.
Ein gänzlich allein gelassener Angreifer kam gerade noch mit dem Kopf an den Ball und legte ihn zurück an den 16er. Wir schauen zu wie sich der Gegner den Ball zurechtlegen kann und öffneten durch unser ängstlich passives Verhalten noch die Schussbahn zum 3:1.

Dementsprechend deprimiert ging es in die Halbzeitpause. Nach kurzem gegenseitigem Wachrütteln ging es wieder erhobenen Hauptes auf den Platz. Bis zur 60. Minute entwickelte sich wieder ein Spiel auf Augenhöhe. Hart umkämpft aber mit wenigen Torchancen. Es war klar, wenn Struppen das nächste Tor macht ist das Spiel gelaufen und wenn wir nochmal treffen ist noch alles drin.

Nach einem Eckball der Hausherren in der 61. Minute konnten wir den Ball nicht ordentlich klären und ein Struppener konnte aus 16 Metern mit der Pike flach ins lange Eck schießen. Allen war klar, das war´s…

Wir stellten noch einmal um und warfen alles nach vorn aber sofort kam der Dämpfer. Wegert verlor in zentraler Position den Ball in der Vorwärtsbewegung und die Struppener konnten im 3 gegen 1 auf unser Tor zulaufen und trafen zum 5:1.

Fünf Minuten später der nächste individuelle Fehler. Torwart Schneider missglückte ein langer Ball 30 Meter vor dem eigenen Kasten. Der Ball landet direkt vor den Füßen von Struppens Angreifer der nur noch ins leere Tor einschieben musste.

Das letzte Tor war leider ein ziemlicher Tiefpunkt in Sachen Fair Play. Nach einem Zweikampf auf Höhe der Mittellinie blieb einer unserer Spieler verletzt liegen. Die Szene spielte sich im Rücken des sonst guten Schiedsrichters Schütz ab somit unterbrach er das Spiel nicht. Alle stellten das Spielen ein und kümmerten sich um den verletzten Spieler. Leider hat das ein etwas übermotivierter Spieler der Hausherren nicht eingesehen und rannte freudestrahlend mit Ball ins Tor um sein persönliches Glück zu finden.

Nach kurzer Rudelbildung und einigen lauten unschönen Worten beendete der Unparteiische das Spiel. Zur Ehrenrettung der Struppener soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich der Trainer und einige Spieler für das unfaire Verhalten Ihres Mitspielers bei Trainer Herrmann entschuldigten.

Als Fazit bleibt stehen das wir aufgrund unserer viel zu hohen individuellen Fehlerquote das Spiel völlig zurecht verloren haben. Wir wünschen Struppen weiterhin viel Erfolg im weiteren Pokalwettbewerb.

Für uns heißt es jetzt das Spiel schnell aus den Knochen zu schütteln und im ersten Ligaspiel wieder das gewohnte Gesicht zu zeigen und gut in die Liga zu starten.

 

Kreisliga B: TSV Seifersdorf - FSV 1924 Bad Schandau 2:2 (0:2)

TSV Seifersdorf - FSV 1924 Bad Schandau           2:2 (0:2)            06.09.2020

Nach dem Coach Herrmann letzte Woche „die Theorie des Debakels in Struppen“ sachlich postulierte, erwartet euch heute wieder das intellektuelle Know-how des Fußballspiels. Saß ich am vergangenen Wochenende noch unter meinem Lieblingsbaum und versuchte das Geschehen in meinem inneren Gedächtnispalast zu verarbeiten, äußerte der Trainer seinen Unmut gerechtfertigter Weise im Spielbericht.

Bevor jemand die Hoffnungen der taktischen und fußballorientierten Analyse zu hoch ansiedelt... Die verwendete und einleitende Litotes bringt durch eine doppelte Verneinung das Gegenteil zum Ausdruck. Bereits jetzt merke ich, dass ich mich eigentlich vielmehr selbst verwirre. Mal schauen ob es klappt, die Unterrichtsvorbereitung und den Spielbericht parallel zu verfassen. In meiner morgendlichen Trance schaue ich lieber nochmal über die PowerPoint Folien der sechsten Klasse...

Eigentlich sollte ich die kultur-politische Gliederung Europas aufarbeiten. Stattdessen habe ich herausgefunden, dass man Weintrauben beim Fingerabdrucksensor verwenden kann. Vorsicht an alle Nachahmer da draußen... es funktioniert nur die Eine! Heute an der Kasse im Lidl wollte ich meinen Einkauf (unter anderem die Weintrauben) mit Apple Pay tilgen. Für Renate (74) und die Kassierern (54,5) bin ich jetzt der Verrückte, der mit seiner Uhr bezahlt!

Bevor ich die spannende Partie genauer schildere, fehlt natürlich noch eine Fachsparte. Sie gehört einfach dazu wie beispielsweise Daniela Katzenberger zu RTL II, Grießbach zum Sema, Erfolg zu Schalke 04 und Porschi zur Blauen Lagune: Wisst ihr es schon??? (Im Deutschunterricht der 5. Klasse lernten wir Spannungsbogen aufbauen – Check!)...

Die Anekdoten unsere Kicker.

Vorgestern telefonierte ich mit Schneider. Ich: „Und wie ist das Wetter bei dir an der See?“ Schneider: „Capslock!“. Ich völlig unverständlich: „Hä?“. „Naja, es schifft ohne Ende!“ Max hiermit spricht der Verfasser dir eine kleine Empfehlung aus. Kongruent zum Physik Studium befasse dich bitte genauer mit Anglizismen. Meine Sammlung von den Wörtern (Altbaucharme, Brathering, Baumentaster, Walkie-Talkie und Ministeroanlage) benötigt dringend Erweiterungsbedarf.

Herlt färbte sich gestern die Haare grau. Dadurch hat er bei der Bearbeitung der in drei Wochen fälligen Klausur wenigstens einen Ansatz. Valli, benötigst du einen Expertenjoker, kann ich dir durchaus Coach Herrmann empfehlen. Dieser illustriert unter zahlreichen Instagram-Pictures seine Poesiekünste. „Wenn du eine Kartoffel wärst, dann wärst du eine Süßkartoffel“; „dein Arbeitskollege ist Halbgrieche... fetalicherseits“ oder „du bist mein Bruder Steve, er ist mein Stevebruder.“ All diese verbalen Schmankerl lassen mein Salzwasserherz erweichen.

Liebl und Pschorn weckten mich am 01.09 aus meinem wohltuenden Schlaf. Die beiden nutzten das neuerliche WG-Leben komplett aus und feierten bis spät in die Nacht den Geburtstag von Assassin ́s Creed. An den Händen haltend, tanzten sie in langen zerfledderten Gewändern zu orientalischer Wüstenmusik und faszinierten sich gegenseitig mit selbstgebauten Pappmaché Kamelen und Tempeln. Ohne Worte.

Wer denkt, dies ist bereits die Spitze des Eisberges, irrt sich gewaltig. Maxi lässt immer in der WG-Küche die gemeinsame Mikrowelle laufen. Ich erkundigte mich nach dem Grund. Er antwortete trotzig: „Ich will sie vorheizen!“

Ich rechne schon fest damit, meine literarischen Künste bald in lokalen Wohnungsanzeigen zu verwirklichen.

Hobbygrünspechtbeobachter Löbbert verbrachte in den Semesterferien viel Zeit zu Hause. So spielte sich folgende Szenerie auf dem Mühlfeld ab: Christoph: „Auf unserem Balkon nistet eine Taube. Ich habe sie Almi getauft... Hörst du das?“ Mutter von Chris: „Was?“ „Almi gurrt!“.

Hantschel klebte sich an seinen Volkswagen den Aufkleber: Juckt ihr ...ch auch so? Zuerst begriff ich den Kontext nicht. Als er dann aber mit seinem silberglänzenden Polo um die Ecke bog... fiel der Groschen.

Buutz peinlichstes Erlebnis: Zahnarztbesuch letzte Woche. In seiner engen Skinny-Jeans und den weißen Nike-Socken ruht er auf der Liege mit geschlossenen Augen. Der Zahnarzt steckt ihm die Finger in den Mund und äußert die Bitte: „Versuch mal zu saugen“! Buutz fängt daraufhin an, an seinem Finger zu lutschen... Der Arzt beugt sich über ihn und meinte: „Sorry, das galt eigentlich der Schwester mit dem Speichelsauger“...

Nach der Pleite letzte Woche arbeitete das Team hart im Training. Mittels zahlreicher Motivationsphasen, der gesteigerten Intensität und weiteren Lifehacks sollte die Truppe eine Reaktion zeigen. Nach dem verheißungsvollen Beginn und guten Chancen verdeutlichte sich dann aber eher, dass wir aus einer anderen Zeitepoche stammten. Damals hieß Lifehack noch Trick 17! Nun chronologisch von Beginn an...

Schiedsrichter Lehmann pfiff die Partie pünktlich an. In den ersten Minuten erarbeiteten wir uns starke Chancen durch Ziegler und Zimmermann. Erst vergab Ziegler aus guter Position und rutschte am Ball vorbei. Keine zwei Zeigerumdrehungen später scheiterte Zimmi an der Schulter des Gästehüters. Nach einer guten Kombination über Püschel, Hanke zählte Zimmi lieber die Punkte des pinken Gasttorwarttrikots.

Die erste Unachtsamkeit im Defensivverbund nutzte Schandau eiskalt aus. Erst verschob die Mittelfeldreihe fehlerhaft, anschließend verschätzte sich unsere Verteidigung und die Nummer 7 der Gäste schob freistehend vor Schneider zur bitteren Führung (4. Minute) ein. Der Spielstand glich einem Schlag ins Gesicht. Wir schafften es nicht, unsere technische Finesse auf den Platz zu bringen. Stattdessen lösten wir Situationen über die Methode des langen Balles. Leider erfolglos. Die Freistöße von Richter zischten in den Fangzaun... Herlt und Liebl vergeigten Eckbälle.

Demzufolge kam es, wie es kommen musste. Nach einem langen Ball und einer misslungenen Abwehraktion netzte Baumgart zum 2:0 aus Schandauer Sicht (14. Minute). Was sich aber nun abspielte, zeugte von der Moral dieses Teams. Keiner senkte den Kopf, alle pushten sich gegenseitig und erarbeiteten gute Abschlusschancen durch Hanke und Buutz. Dessen Seitfallzieher in Wish-Ausführung konnte gerade noch auf der Linie von einem Verteidiger pariert werden. Kurz vor der Halbzeit bewahrte uns Schneider mit einem starken Reflex vor einem höheren Rückstand.

Nach der Halbzeitanalyse schalteten wir noch einen Gang hoch. Wirbelwind Ehrlich unterzog sich vor dem Spiel einem Experiment von Schneider und testete die gleichzeitige Wirkung von Red Bull sowie einer Schlaftablette. Mit Flügeln an den Schuhen rannte er den Verteidigern davon und scheitere nach einem 40m Sprint am Außennetz.

Püschel prüfte nach einer Ecke von Herlt die Erosionswiderstandsfähigkeit der neugebauten Windschutzhütte auf der Erashöhe.

Es dauerte bis zur 60. Minute. Püschel löffelte den Ball gefühlvoll mit dem linken Schnürsenkel über die Kette. Zimmermann nahm den Ball in aller Ruhe unter Druck an, umspielte den Keeper und schob zum Anschluss ein.

Keine drei Minuten später tanzte sich Herlt auf der linken Bahn durch und fand in der Mitte Ziegler. Dieser schob lässig zum Ausgleich ein! Der Hexenkessel des Waldstadions bebte! Mit der Hereinnahme von Löbbert und Alex erspielten wir uns weitere Möglichkeiten. Richter passte das Spielgerät nach einem 60m Sprint im gegnerischen Fünfmeterraum genau in die Füße des letzten Verteidigers.

Kurz vor Schluss entschied der Schiedsrichter auf Foulelfmeter für Schandau. Richter „foulte“ den Spieler mit der Nummer 17. Zum Glück positionierte sich der Fußball Gott auf die Seifersdorfer Seite und der Angreifer schoss den Ball vier Meter neben das Tor.

Am Ende lässt sich konstatierten: Wir schafften es, getrieben von der einzigartigen Kulisse, uns die Partie zurück zu kämpfen. Die Leistungssteigerung ermöglichte den verdienten Punktgewinn. In den kommenden Spielen gilt es, bereits in den ersten Minuten die richtige Übersetzung zu finden.

Um mit den Worten von IHK-Prof. Deutsch abzuschließen: Es gibt weltweit 0,9 Milliarden Tonnen Insekten und 0,3 Milliarden Tonnen Wale. Entspricht seiner Beobachtung: Ganz selten sind Wale an seinem Obst...

Wir bedanken uns bei den unseren treuen Fans!

 

 

Für den TSV kamen zum Einsatz:

Schneider

Deutsch (Ehrlich) – Buutz – Richter (C) - Wegert Püschel (Alex)

Hanke- Ziegler

Liebl – Zimmermann – Herlt (Löbbert)